London
(pte, 14. März 2003)
Forscher
der Northumbria University haben nun wissenschaftlich
nachgewiesen,
dass die Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
wie ein Turbo-Boost für Geist und Wohlbefinden
wirkt. Die Wirkung der Heilpflanze, die schon im
16. Jahrhundert
von John Gerard als "Geistesbeschleuniger" beschrieben
wurde, hat die Forscher verblüfft. Das berichtet
BBC-Online.
Nach den ersten wissenschaftlichen Untersuchungen
der British Psychological Society könnte die Pflanze auch für
Patienten, die an Demenz leiden, eingesetzt werden. In Laborversuchen
haben die Forscher festgestellt, dass die Pflanze die Aktivität
von Acetylcholin, einem chemischen Botenstoff, der mit dem
Erinnerungsvermögen in Verbindung gebracht wird, steigert.
Der Botenstoff ist bei Alzheimer-Patienten in nur geringen
Mengen vorhanden. "Der Pflanzenextrakt könnte auch
bei Patienten eingesetzt werden, die an Störungen des
Erinnerungsvermögens leiden", meint Forschungsleiter
Andrew Scholey. In ersten Versuchen mit Studenten wurden Kapseln
mit getrocknetem Pflanzenextrakt verabreicht. In den Versuchen
konnte bewiesen werden, dass der Extrakt die Gehirnleistung
verstärkt. "Wir müssen aber weitere genaue Studien
durchführen um zu sehen, ob die Pflanzenextrakte auch
bei Alzheimer angewendet werden können", erklärte
Scholey bei der Präsentation der Studie beim Treffen
der British Psychological Society, die zurzeit in Bournemouth
stattfindet.
Die ursprünglich im östlichen Mittelmeergebiet und
Westasien beheimatete Zitronenmelisse wird schon seit dem griechisch-
römischen Altertum als Heilpflanze verwendet. Die Pflanze,
die auch unter dem Namen "Herztrost" bekannt ist,
wird bis zu 90 Zentimeter hoch. Die Blätter riechen und
schmecken vor der Blüte zitronenartig. Die Pflanze wird
auch in der Küche zum Würzen von Süßspeisen
und Getränken geschätzt.
pressetext.austria