Atlanta/Georgia (pte, 24. April 2003)
Bei Übergewichtigen
erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, an bestimmten
Krebsformen zu erkranken und daran zu sterben dramatisch.
Diesen Beweis
erbrachten Forscher der American Cancer Society mit einer
umfassenden Probandenzahl von 900.000 US-Amerikanern und
einem Untersuchungszeitraum von 16 Jahren. Übergewicht
bei Männern könnte für 14 Prozent aller
mit Krebs in Zusammenhang stehenden Todesfälle verantwortlich
sein, bei Frauen sogar für 20 Prozent, publizieren
die Wissenschaftler heute, Donnerstag, im Fachblatt New
England Journal of Medicine. In Zahlen heißt
dies, dass 90.000 Krebstote in den USA durch ein normales
Körpergewicht verhindert werden
könnten.
Forscher unter der Leitung von Eugenia Calle verglichen
die Patienten auf Basis ihres Body-Mass-Index (BMI). Der
BMI ist
eine Maßzahl, die Körpergewicht und -größe
in Beziehung setzt. Ein BMI zwischen 25 und 29,9 bedeutet Übergewicht,
ein BMI über 30 Fettleibigkeit und ein BMI zwischen 18,5
und 24,9 Normalgewicht. Nach Angaben von Calle und ihren Kollegen
hatten die schwersten Männer (BMI über 40) die höchsten
Krebstodesraten. Sie überstiegen jene normalgewichtiger
Männer um 52 Prozent. Ein noch drastischeres Bild zeigte
sich bei Frauen. Die Krebstodesraten der gewichtigsten Frauen überstiegen
jene Normalgewichtiger um gar 62 Prozent. Grund laut Calle
dafür ist das häufigere Übergewicht bei Frauen.
"Bereits vorangegangene Analysen haben einen Zusammenhang
zwischen Übergewicht
und Brust,- Gebärmutter-, Darm-, Prostata- und Nierenkrebs
gefunden. Die neue Studie bestätigt nicht nur diesen Zusammenhang,
sie stellt auch einen Konnex zwischen überschüssigen
Kilos und weiteren Krebsformen wie etwa Eierstock-, Bauchspeicheldrüse-
und Gebärmutterhalskrebs sowie dem Non-Hodgkins-Lymphom
her", erklärt Calle. Bei Männern konnte darüber
hinaus ein signifikanter Zusammenhang zwischen Übergewicht
und Magenkrebs festgestellt werden.
Noch spekulieren die Forscher über den Zusammenhang zwischen Übergewicht
und Krebs. Vermutlich erhöht Übergewicht bestimmte
Hormone wie etwa die Sexualhormone, Insulin und Wachstumsfaktoren. "Zuviel
Fett um die Hüften kann zum Beispiel die Insulin-Verstoffwechslung
unterbrechen und das Risiko für Darmkrebs erhöhen",
so Calle. Eine Gewichtsreduktion verbessert die Insulin-Empfindlichkeit
und senkt die Sexualhormone im Blut. "Daher ist die Annahme
begründet, dass eine Gewichtssenkung auch das Krebsrisiko
reduziert", erklärt die Forscherin. Die US-Bevölkerung
steht in diesem Zusammenhang vor einer großen Herausforderung,
da rund ein Drittel der Bevölkerung fettleibig ist.
pressetext.austria