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Fisch in der Schwangerschaft
fördert die Entwicklung des Kindes

 


Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft mehr Fisch und Meeresfrüchte essen, zeigen bessere neurologische Fähigkeiten als Altersgenossen, deren Mütter stärker oder ganz darauf verzichteten.

 
 

16.02.07

Fisch und Meeresfrüchte sind die Hauptquelle für Omega-3-Fettsäuren, die essenziell für eine optimale Entwicklung des fetalen Gehirns sind. In den USA wird Frauen jedoch geraten, die Nahrungsmenge von Fisch und Meeresfrüchten während der Schwangerschaft auf 340 Gramm pro Woche zu beschränken, um die Exposition des Fetus mit Spuren von Neurotoxinen zu vermeiden.

Joseph Hibbeln von den National Institutes of Health in Bethesda in den USA und seine Kollegen von der Bristol University analysierten die ‚Avon Longitudinal Study of Parents and Children’ (ALSPAC), um die möglichen Vorteile und Gefahren für die Entwicklung eines Kindes bei unterschiedlichen Aufnahmemengen an Fisch und Meeresfrüchten durch die Mutter zu untersuchen. Der Verzehr von weniger als 340 Gramm (also weniger als drei Portionen) pro Woche war verglichen mit Müttern, die mehr als drei Portionen pro Woche verzehrten, mit einem erhöhten Risiko der Kinder assoziiert, im niedrigsten Quartil des verbalen IQs zu liegen. Außerdem war geringer Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten durch die Mutter mit einem erhöhten Risiko suboptimaler Ergebnisse in den Bereichen Sozialverhalten, Feinmotorik, Kommunikation und Sozialentwicklung assoziiert. In jedem dieser Bereiche korrelierte eine niedrigere Fisch-und-Meeresfrüchte-Aufnahme durch die Mutter in der Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für suboptimale Entwicklung.

Die Autoren erklären: "Wir haben keine Hinweise gefunden, welche die Warnungen der US-Gutachterkommission stützen, dass schwangere Frauen den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten einschränken sollten. Im Gegenteil, wir konnten feststellen, dass Kinder von Müttern, die wenig - unter 340 Gramm pro Woche - Fisch und Meeresfrüchte aßen , eher eine suboptimale neurologische Entwicklung zeigten als Kinder von Müttern, die mehr als die empfohlene Menge Meeresfrüchte zu sich nahmen."

In einem Begleitkommentar erklären Gary Myers und Philip Davidson vom University of Rochester Medical Center in New York: "Epidemiologische Ergebnisse zeigen ein Dilemma für regulatorische Behörden in der ganzen Welt auf. Soll der Konsum von Fisch auf solchen mit niedrigerer Methylquecksilber -Exposition beschränkt werden? Oder sollte er aufgrund der Inhaltsstoffe, die wichtig für die neurologische Entwicklung sind, gefördert werden? Den Menschen ist vielleicht am besten durch Ratgeber gedient, welche die Wissenschaft aufmerksam verfolgen und in Abwesenheit überzeugender wissenschaftlicher Hinweise auf Schädigungen konservativ bleiben."

Quelle: Joseph R Hibbeln and others. Maternal seafood consumption in pregnancy and neurodevelopmental outcomes in childhood (ALSPAC study): an observational cohort study. Lancet 2007; 369: 578



 
 

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